|
|
||
|
Regionale-, komplementäre Währungen (eine Power-Point Präsentation) - -
Warum Regiogeld? Ökologische und Soziale Aspekte - Schutz vor den negativen Globalisierungs-folgen und Stärkerung der regionalen Wirtschaft - - - Die Angst vor Mangel erzeugt Gier und das Horten von Geld - Die Instabilität des Währungssystems - Die Lösung für die größten Probleme, die die Menschheit hat -
Wo gibt es Regiogeld?
http://www.politik-poker.de/geld-ganz-kurz.php - Elsi Reimann:
* Geldhoheit * * Zins- und Zinsenzinssystem * * Verschuldung des Staats * * Kaufkraftverlust und Steigerung der Armut * * Banken *
Kontakt: Michael Balter Tel. 0032 (0)80 / 548.729
Mit der freundlichen Unterstützung der VIVANT-Fraktion im Parlament der Deutschprachigen Gemeinschaft - Belgien Schilsweg 33 B-4700 Eupen Tel. 087/569.221 |
Die Angst vor Mangel, die Folge unseres Geldsystems, erzeugt
Gier und das Horten von Geld. Dadurch wird dem Geldkreislauf
Geld entzogen, was wiederum Knappheit und somit Mangel nach sich
zieht (siehe auch
Fließendes Geld und Heilung des sozialen Organismus).
Dieser fatale Teufelskreis, der unermäßlichen Reichtum auf der einen und Armut auf der anderen (90% der Menschen betreffenden, siehe auch Die Kassen sind leer, wo ist das Geld?) Seite erzeugt, hat noch eine andere, zwischenmenschliche Folge. Es setzt neben dem Mangel an Geld auch der Mangel an Kommunikation ein. In einem Geldsystem, welches im Gegensatz dazu auf Fülle und Freigiebigkeit basiert, kann es somit kein Horten und keinen Mangel geben. Diese Idee des Gebens statt des Nehmens werden nach Lietaer in einer Gemeinschaft gelebt. Das Wort Gemeinschaft (communitiy) kommt aus dem Lateinischen. "munus" bedeutet "Geschenk" und "cum" bedeutet "zusammen, miteinander". Somit heißt Gemeinschaft im ureigensten Sinne "untereinander schenken". Dies ist auch die Philosophie, die hinter dem Gedanken der
lokalen Währungen steht: Sie erleichtern den Austausch von
Geschenken.
Lokale Währungen wurden, wie oben beschrieben, initiiert, um Beschäftigung zu erzeugen, wohingegen nach Lietaers Beobachtungen heute auch lokale Währungen vor allem deswegen gegründet werden, um Gemeinschaft zu bilden. "Zum Beispiel würde ich mir sehr sonderbar vorkommen, wenn ich einen Nachbarn am Ort anrufen und zu ihm sagen würde: Ich habe bemerkt, dass Sie viele Birnen an Ihren Bäumen haben. Kann ich sie holen? Ich hätte das Gefühl, dass ich eine Gegenleistung anbieten müsste. Doch wenn ich ihm meine knappen Dollars anbieten würde, könnte ich ebenso gut gleich in den Supermarkt gehen; im Endeffekt würden seine Birnen nicht verwendet. Wenn ich aber eine lokale Währung habe, gibt es keine Knappheit im Tauschmittel; so gesehen sind die Birnen ein Vorwand, miteinander zu kommunizieren." 4 Natürlich muss bei einer lokalen Währung gewährleistet sein, dass die menschlichen Grundbedürfnisse wie z.B. Nahrung und Unterkunft befriedigt werden können. Lietaer sieht in dieser Hinsicht keine Probleme. Denn es findet sich immer jemand, der gerne gärtnert und im normalen Wirtschaftssystem arbeitslos wäre. Seine Gartenprodukte würden mit lokaler Währung bezahlt werden, die der Käufer, durch Anbieten anderer Dienste, auch erwerben könnte. Hier zeigt sich schon bald, was lokal ist und was nicht. Ein großer Supermarkt wird nur "Dollars" akzeptieren, der "Tante Emma-Laden" nimmt aber genauso gerne lokale Währung an. Lietaer sieht lokale Währungen als ergänzende Währung im Geldsystem, die den Weg zur lokalen Nachhaltigkeit ebenen.
Lokale Währung als Pufferzonen gegen Instabilität des globalen Währungssystems Lietaer führt aus, dass die heutige Geldordnung kaum noch etwas mit der realen Wirtschaft zu tun hat. 1995 betrug der Tagesumsatz der ausgetauschten Währungen weltweit die Summe von 1,3 Billionen (1300 Mrd.) US-Dollar, was 30 mal mehr als das tägliche Bruttosozialprodukt aller entwickelten Länder der Welt zusammen ist. "Das jährliche Bruttosozialprodukt der USA wird auf den Finanzmärkten in drei Tagen erreicht. Von diesem Volumen werden nur zwei bis drei Prozent für die reale Wirtschaft (Handel, Investitionen usw.) benötigt. Der Rest wird verschwendet im Spekulationsgeschäft des globalen Cyber-Casinos. Die reale Wirtschaft wurde degradiert zu einer reinen Dekoration auf dem Spekulationskuchen." 5 Des Weiteren zeigt Lietaer auf, dass die Regierungen keine Macht mehr haben und das wirtschaftliche wie politische Geschehen von den Finanzmärkten regiert wird. Wenn eine Regierung etwas beschließt, was den Finanzmärkten nicht gefällt, setzt einfach eine Finanzkrise in der betreffenden Währung ein wie 1991 bei den Briten, 1994 bei den Franzosen und 1995 bei den Mexikanern.
Eine 50/50 Chance sieht Lietaer, dass dieses labile Spekulationsgebäude in den nächsten fünf bis zehn Jahren einstürzen wird. Selbst wenn in dieser Krisensituation alle Zentralbanken beschlössen, zusammen zu arbeiten (was allerdings nie geschehen würde), und alle ihre Reserven einsetzten, um die Krise zu meistern, hätten sie doch nur Mittel in der Größenordnung der Hälfte des Tagesumsatzes der Finanzmärkte um die Währungen zu stabilisieren. Im Gegensatz dazu könnte sich der Tagesumsatz an einem Krisentag an den Finanzmärkten verdoppeln oder verdreifachen, so dass die Reserven sämtlicher OECD-Zentralbanken nur für zwei bis drei Stunden reichten. Dabei würde es sich bei diesem Zusammenbruch nicht nur um eine Wirtschaftkrise, wie die z.B. von 1929, handeln. Die Tragweite wäre viel weitreichender. Lietaer führt als historisches Beispiel den Zusammenbruch des Römischen Reiches an, das auch die Römische Währung beendete. Allerdings dauerte es damals noch 150 Jahre, bis das ganze Römische Reich untergegangen war - heute würde es nur einige Stunden dauern. Das Gute an lokalen Währungen ist, dass Menschen ihr eigenes Geldsystem schaffen ohne eingebauten Knappheitsfaktor. Sie brauchen kein Geld von irgendwoher, um Tauschhandeln mit dem Nachbarn zu treiben. Gerade deshalb sind lokale Währungen so wichtig, denn sie
stellen ein Bollwerk gegen eine Krise der globalen Wirtschaft
dar und würden, wie oben erwähnt, Umweltschutz und Kultur
fördern.
Ausblick
Lietaer sieht in den lokalen Währungen die Möglichkeit, die
größten Probleme, die heute die Menschheit hat, zu lösen. Diese
sind auf der einen Seite die Ungleichheit und auf der anderen
Seite der Zusammenbruch sozialer Gemeinschaften. Denn diese
Faktoren schaffen Spannungen, die sich in Gewalt und Kriegen
entladen. Wenn bewusst Währungen geschaffen werden, die
Gemeinschaft und Nachhaltigkeit fördern, kann man diese Probleme
in den Griff bekommen. Die Zeit ist dafür reif; in den vergangenen Jahrzehnten haben wir ein Wiedererwachen des weiblichen Archetyps erlebt, sowohl in der Frauenbewegung, als auch im Bereich der Ökologie, in den Bewegungen zur Integration von Geist und Materie. Der Paradigmenwechsel spiegelt sich auch in den neuen Technologien wieder, die erlauben, Hierarchien durch Netzwerke wie z.B. das Internet, zu ersetzen. Heute haben wir das erste Mal in der Menschheitsgeschichte die Möglichkeit, aufgrund von Produktionstechnologien, Überfluss schaffen zu können. Dies in Verbindung mit dem Wechsel des Archetyps - also einer eher matriachal ausgerichtete Gesellschaft - erlaubt uns, bewusst ein Geldsystem zu schaffen, welches für uns arbeitet, das Nachhaltigkeit zum Ziel hat und Gemeinschaft auf lokaler und globaler Ebene fördert. Nach Lietaer sind diese Ziele in weniger als einer Generation zu erreichen, "ob wir sie tatsächlich erleben, wird davon abhängen, inwieweit wir fähig sind, miteinander zu kooperieren, um unser Geldsystem neu zu erfinden."7
|
|